Die Kammerwahl 2024 naht – FON stellt sich auf

Vom 26. Februar bis 08.März 2024 sind alle Mitglieder der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen aufgerufen, die Vertreterversammlung als das höchste Gremium ihrer berufsständigen Selbstverwaltung neu zu wählen.

Viele gute Gründe FON zu wählen

Wir, die Wahlgruppe FON, sind ein Zusammenschluss von freiberuflichen und angestellten Architekt*innen, die sich seit über 15 Jahren in der Gremienarbeit der AKH erfolgreich für eine Veränderung der Kammer hin zu einer stärkeren Interessenvertretung ihrer Mitglieder engagieren.

Ursprünglich als „Fortbildung ohne Nachweispflicht“ mit unserem Kernanliegen – der vollständigen und ersatzlosen Abschaffung der geltenden Fortbildungsordnung (!) – gegründet, widmen wir uns seit Beginn allen Belangen der Kammerarbeit, setzen uns für eine Modifizierung der Kammer ein und verstehen uns als Korrektiv der Kammer.

Was hat die FON bisher erreicht? 

Wir haben

  • eine Vereinfachung der Fortbildungsordnung erreicht.
  • die Einführung eines Einheitsbeitrages mit der damit verbundenen Beitragserhöhung für einen Großteil der Mitglieder verhindert.
  • ein neues Modell für einen statusunabhängigen und einkommensorientierten Mitgliedsbeitrag entwickelt und dieses in mehreren Vertreterversammlungen in unterschiedlichen Koalitionen eingebracht. 2016 wurde ein Grundsatzbeschluss zur Einführung einer solchen neuen Beitragsordnung erreicht.
  • die Transparenz kammerinterner Prozesse verbessert. So sind z. B. auf unseren Antrag Protokolle von Vertreterversammlungen, Ausschüssen und Arbeitsgruppen nur noch in Teilen „nicht zur Veröffentlichung“ bestimmt.
  • durch unsere direkte Kritik die Gesprächskultur in den Gremien der AKH hin zu einer offeneren und kontroversen Diskussion verändert.
  • regelmäßig auf die Einführung einer transparenteren Kostenträgerrechnung beim Kammerhaushalt gedrängt. Im Haushalt für 2024 wurde dies erstmalig umgesetzt.
  • durch unseren Antrag den Anstoß zum Mitglieder-Sommerfest 2023 gegeben.
  • bereits vor Corona die Durchführung von digitalen Vertreterversammlungen angeregt. Was zunächst angeblich aus „rechtlichen Gründen nicht möglich“ war, wurde dann doch aufgrund von Corona umgesetzt. 

Was will die FON in Zukunft durchsetzen?

  • Wir streben die Abschaffung der geltenden automatischen jährlichen Beitragserhöhung an.
  • Wir fordern eine konsequente Spar- und Haushaltsdisziplin.
  • Wir setzen uns für die Einführung einer einkommensorientierten Beitragsordnung ein.
  • Wir wollen die größtmögliche Transparenz bei kammerinternen Vorgängen.
  • Wir treten für einen deutlich vereinfachten Zugang für Absolvent*innen zur Kammer ein. 
  • Wir fordern den Zugang zur Teilnahme an Wettbewerben für alle Büros.
  • Wir schlagen die Einführung eines Freiseminars der Akademie als Bestandteil des Jahresbeitrages vor.
  • Wir setzen uns für die Wiederbelebung unabhängiger Arbeitsgruppen und Foren ein anstelle der durch die Kammer ausgewählten Expertenrunden.
  • Wir stehen weiterhin ausdrücklich für das Recht der Mitglieder auf eine eigenverantwortliche Fortbildung ohne Nachweispflicht.

In welchen Gremien hat sich die FON eingebracht?

In dieser Wahlperiode haben wir in der Vertreterversammlung Anträge zu den Themen Transparenz, Mitgliedergewinnung und Beitragsstrukturreform eingebracht. 

Die FON ist im Vorstand aktuell vertreten durch Harald Etzemüller, im Haushaltsausschuss durch Andreas Raestrup und im Ausschuss für Aus-, Fort- und Weiterbildung durch Carsten Ott. 

Dazu waren wir in Ad-Hoc-Arbeitsgruppen des Vorstandes sowie im Expertenpool aktiv und haben uns in der AKH-Zukunftswerkstatt eingebracht.

Was will die FON noch erreichen?

  • Wir wollen, dass sich die AKH als eine starke Vertretung des Berufstandes in Gesellschaft und Politik einsetzt und auf allen Ebenen für Deregulierung der aktuellen Gesetzgebung und Verordnungsstruktur eintritt.
  • Wir wollen die Kammer zu einem Ort des Netzwerkens und der Mitbestimmung ausbauen. 
  • Wir streben eine intensive Zusammenarbeit mit Student*innen, Absolvent*innen und jungen Architekt*innen an.
  • Wir beabsichtigen, das Thema Altersvorsorge durch das Versorgungswerk verstärkt zu thematisieren

 

Unterstützen Sie unser Engagement!
Wählen Sie FON!

Bericht und Ergebnisse der zweiten Vertreterversammlung 2023

AKH-Haushalt 2024 jetzt als ein gemeinsamer Haushalt für AKH und Akademie

Die zweite Vertreterversammlung des Jahres 2023 hatte aus Sicht der FON zwei Schwerpunkte:

  1. Verabschiedung des Haushalts und der Beiträge 2024
  2. Novellierung der Garagenverordnung

Die Vertreterversammlung fand als Präsenzveranstaltung statt und konnte aufgrund der vorhandenen Beschlussfähigkeit durchgeführt werden.

In der Rede der Präsidentin Frau Holz wurde leider über das von der FON angeregte AKH-Sommerfest nur als eine gelungene politische „Veranstaltung“ berichtet. Dass das Fest darüber hinaus ein gelungener Event zum Come-Together und Networking für die Teilnehmer war und positiv kommentiert wurde, fand hingegen keine Erwähnung.

Es folgte die Vorstellung des Haushaltsentwurfes für AKH und Akademie durch Schatzmeister Exler. Er präsentierte zum ersten Mal einen gemeinsamen Haushalt für AKH und Akademie. Diese u.a. von der FON immer wieder eingeforderte Kostenträgerrechnung mit einem gemeinsamen Haushalt für Kammer und Akademie ist nun tatsächlich umgesetzt worden. Damit ist endlich die Grundlage für einen viel transparenteren und nachvollziehbaren Haushaltsplan geschaffen.

Abgesehen von dieser positiven Veränderung wurde leider die automatische jährliche Beitragserhöhung von bis zu 2,5% beibehalten – aus Sicht der FON eine unhaltbare Praxis! Nach einer recht kurzen Diskussion wurden der Haushalt sowie die Erhöhung der Beiträge von der Mehrheit der Vertreter verabschiedet. Die FON positionierte sich bei beiden Abstimmungen dagegen. 

Zu einer interessanten und unerwarteten Diskussion zum Thema Novellierung der Garagenverordnung kam es aufgrund einer Nachfrage von Rosita Gräf (FON). Die Vertreter wurden daraufhin über eine einschneidende Veränderung der aktuellen Garagenverordnung in Bezug auf die bestehenden Parkplatzgrößen von aktuell 2,30m Breite informiert: Der Vergrößerung der Stellplätze auf 2,50m Breite mit dem negativen Effekt einer höheren Versiegelung des Bodens.

In der anschließenden Diskussion prallten verschiedene Haltungen aufeinander wie z. B., dass es nicht Aufgabe der Architekt*innen sein könne, größere Stellplätze zu planen, um damit größeren Fahrzeugen großzügigeren Parkraum zu schaffen und dadurch noch mehr Boden zu versiegeln. Im Gegensatz dazu wurde argumentiert, dass die zusätzliche Flächenversiegelung von ca. 1 qm pro Stellplatz bei den dann größeren Stellplätzen im Vergleich zu den täglich neu versiegelten Flächen (geschätzt 50 ha pro Tag) doch zu vernachlässigen sei und eher an anderen Stellschrauben gedreht werden sollte. Diese kontroversen Standpunkte zeigen, dass das Thema Flächenversiegelung im Zusammenhang mit der Garagenverordnung durchaus Diskussionspotential hat und eigentlich noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden sollte.

Weitere Themen der Vertreterversammlung waren die Abstimmungen über Änderungen der Satzung der Akademie der AKH aufgrund der Zusammenführung der Haushalte sowie der Hauptsatzung bzgl. der Alleinentscheidungsbefugnis der Vorsitzenden der Eintragungsausschüsse. Des Weiteren wurde ein Prüfungsausschuss für die anstehende Kammerwahl 2024 gewählt sowie ein Wahlausschuss für die Wahl des Vorstandes durch die Vertreterversammlung. Alle Wahlen erhielten nach Diskussion und geringen Modifikationen die erforderlichen Mehrheiten.

Als letzter Punkt der VV wurde der Antrag des BDA zur Wohnraumförderung im Bestand vorgestellt, kontrovers diskutiert und von der Mehrheit der Vertreter verabschiedet, wobei sich die FON dagegen positionierte. Aus Sicht der FON war der BDA-Antrag viel zu detailliert und kompliziert formuliert. Überdies können die Forderungen des Antrages nur von großen Büros umgesetzt werden, kleine Büros werden dadurch ausgeschlossen.

Danach beendete Präsidentin Holz die Vertreterversammlung.

Zwei nicht bzw. nur auf Nachfrage in der VV verkündete Punkte sollten nicht unerwähnt bleiben: 

  • Erstens wurde nicht erwähnt, dass Präsidentin Holz zur nächsten Kammerwahl nicht mehr antreten wird. 
  • Zweitens wurde nur auf Nachfrage der FON den Vertretern mitgeteilt, dass die langjährige Geschäftsführerin der Akademie, Frau Göring, die AKH zum Jahresende 2023 verlassen wird. 

Die Tatsache, dass eine solch wichtige Information von der Präsidentin nicht offen und direkt sondern erst auf Nachfrage in der VV kommuniziert wurde, ist aus Sicht der FON ein nicht akzeptables Procedere der Präsidentin. 

Politisches Sommerfest & Tag der »Offenen Tür« für alle Mitglieder der AKH – gute Idee mit viel Luft nach oben

Am 18. Juli fand auf der Grundlage des von der Vertreterversammlung beschlossenen Antrages der FoN das erste politische Sommerfest der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen im Haus der Architekten in Wiesbaden statt.

Um es vorweg zu nehmen:
Das Fest war ein erster ansprechender »Aufschlag« aber mit viel Luft nach oben –
denn leider entsprach die Umsetzung der Veranstaltung nur in Teilen dem Beschluss der Vertreterversammlung. In der VV war die Realisierung eines politischen Sommerfestes mit Tag der »offenen Tür« für alle Mitglieder der AKH beschlossen worden.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung wurde klar, dass der Besuch des Festes aufgrund einer von der AKH festgelegten Teilnehmerbegrenzung auf rund 300 Personen nicht wie ursprünglich beantragt für alle Mitglieder möglich sein würde. Auf Nachfrage der FoN argumentierte die AKH mit Sicherheitsgründen für die Besucher. Schade! So konnten leider viele interessierte Kollegen:innen nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Hier hätte ein geschickteres Vorgehen der Kammer zu einer für alle Mitglieder interessanteren Veranstaltung und einer positiveren Resonanz geführt.

Auch wurde der in der VV beschlossene Tag der offenen Tür leider nicht so umgesetzt wie seitens der FoN vorgeschlagen. Es konnte nur ein Teil der neu gestalteten Räume wie z.B. das Foyer während der Feier besichtigt werden – trotz Intervention der FoN im Vorfeld. Begründet wurde dies mit dem Hinweis auf den bereits durchgeführten »Tag der Architektur«.

Leider wurde auch die Chance vertan, auf die Sanierung des Kammergebäudes und des Gartens einzugehen, um diese Maßnahmen wenigstens gegenüber den anwesenden Mitgliedern zu würdigen – schließlich wurden Kammerbeiträge zur Finanzierung des mehr als 3 Millionen EUR teuren Projektes investiert.

Das Fest selbst verlief aufgrund des hervorragenden Sommerwetters, eines ausgezeichneten Caterings und angenehmer musikalischer Unterhaltung in einer entspannten Atmosphäre und bot den Besuchern gute Möglichkeiten zu interessanten Gesprächen und offenem Austausch / Networking. Auch die Diskussionsrunde mit den politischen Vertretern über die Wahlprüfbausteine der AKH ergab interessante Diskussionsbeiträge und Statements.

Aus Sicht der FoN wäre eine geschicktere Umsetzung des politischen Veranstaltungsblockes vor allem mit kürzeren Reden der BAK-Präsidentin Frau Gebhard und AKH-Präsidentin Frau Holz wünschenswert gewesen. So zog sich dieser Veranstaltungsteil leider derart in die Länge, dass der Zuspruch zu den kulinarischen Leckereien schon vor Ende des politischen Teiles sprunghaft anstieg.

Sieht man von den nicht umgesetzten Bestandteilen des VV-Beschlusses ab, stieß das Fest unter dem Strich aber augenscheinlich bei vielen anwesenden Besuchern auf ein positives Echo – aus Sicht der FoN ein erster ansprechender Aufschlag mit viel Potential für eine Fortsetzung.

Doch ein Punkt sollte nicht unerwähnt bleiben: Leider wurde in dem sehr ausführlichen Artikel über das Sommerfest in der DAB 09-2023 nur über die Reden der beiden Präsidentinnen und die Diskussionen mit den politischen Vertretern berichtet. Auf das eigentliche Ziel des FoN-Antrages wurde nicht eingegangen: ein Sommerfest für alle Mitglieder der AKH zu veranstalten und so allen Teilnehmern die Gelegenheit zum Austausch und Networking mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitgliedern der Kammer und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zu geben sowie die Eröffnung des Kammergebäudes nach der Sanierung in Form eines Tages der offenen Tür zu würdigen und zu feiern. So hat die Kammer wieder die Chance verpasst, sich als offene Institution zu präsentieren.

Es bleibt zu hoffen, dass das Sommerfest keine Eintagsfliege bleibt, sondern zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender der AKH wird. Dann jedoch offen für alle Mitglieder ohne Teilnehmerbegrenzung und mit einem Konzept, das das Thema Wertschätzung und Bindung der Mitglieder an die Kammer in den Mittelpunkt stellt.

Die FoN wird das Thema Sommerfest für alle für 2024 wieder auf Ihre Agenda nehmen.